Synagoge

 

 

 

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li. Außenansicht (Quelle: Burgenländisches Landesarchiv) und re. Innenansicht der Synagoge (Quelle: Gemeindearchiv Rechnitz) vor 1938

 

Bereits um 1649 kann die Existenz einer Synagoge oder eines Bethauses angenommen werden. Die von der Familie Batthyány errichtete Synagoge, die sich freistehend auf einem Hügel gegenüber der katholischen Kirche befand, wurde 1707 von der jüdischen Gemeinde gekauft. 1718 wurde hier ein stattlicher barocker Neubau mit Platz für 400 Personen eröffnet.

1834 wurde die Synagoge nochmals erweitert und 1864 renoviert. Wertvolle Kultgegenstände, wie antike silberne Kelche, eine silberne Torakrone, ein Toravorhang aus dem Jahr 1649, und Toraschilde aus dem 17. und 18. Jahrhundert zeugten von der besonderen Bedeutung der Gemeinde.

Das Gebäude wurde während der NS-Zeit nicht zerstört, sondern für unterschiedlichste Zwecke zur Freizeitgestaltung genutzt. Nach 1945 wurde es zu einem Feuerwehrhaus (bis 1997) mit Privatwohnungen im Obergeschoss umgebaut.

1990 ließ die politische Gemeinde Rechnitz eine Gedenktafel zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde am Gebäude anbringen. Die feierliche Enthüllung erfolgte im November 1991 auf Betreiben engagierter Personen und Initiativen. Seit 2009 symbolisieren drei Glastafeln, von Schülerinnen und Schülern des Bundesgymnasiums Oberschützen gestaltet, den Untergang der jüdischen Gemeinde.